Die Rettung?

Rettung.



Sucht zuweilen nicht jeder ein bisschen Rettung im Leben? Ein bisschen Halt und ein bisschen aufgefangen werden?
Ein bisschen 'Mach-Dir-Sorgen-um-mich', wenn ich allein über den regenüberströmten Asphalt einer dunklen Gasse laufe, stolpere und an der nächsten Brücke überlege ob es nicht besser wäre hinunter zu springen.
Ein bisschen füreinander da sein, wenn es wirklich drauf ankommt.


Und dann gibt es Situationen im Leben, wo man vielleicht Rettung bräuchte aber ich mich gleichzeitig frage, wenn du mich jetzt so siehst, in diesem einen Augenblick - könntest du das und vor allem - könnte ich das?
Eigentlich will ich doch gar nicht, dass du bemerkst, dass es mir schlecht geht, dass ich kotze oder dass ich weine. Dass ich zuweilen meinen Wutausbrüchen freien Lauf lasse, dass mein Körper allzuviele Gefühlsregungen auf einmal tun möchte. Ich möchte nicht, dass du siehst, dass es Tage gibt, an denen ich nicht perfekt bin. Tage an denen meine schlechte Laune mich davon abhält, morgens aufzustehen. Tage, an denen ich nicht in den Spiegel blicken mag. Tage, an denen ich mir selbst im Weg stehe, mir alles entgleitet und ich nichts im Griff habe und eben nicht die Welt regiere.
Habe ich mich nicht ohnehin schon viel zu sehr daran gewöhnt, dass ich mir selbst die Haare zurück halte, wenn ich alles zum kotzen finde?

Und trotzdem..Wollte ich doch zuviel Rettung? Wollte ich sie wirklich? Und immer wieder hat mich deine Nähe schwach und verwundbar gemacht. So sehr, dass es immer wieder eskalierte, weil ich dir dann gern mein Herz vor die Füße kotzen wollte und du dich umgedreht hast und gegangen bist. Mich zurück gelassen hast in der Gosse und ich leise summte: Neulich Nacht bin ich ertrunken, in einem Meer vor deiner Tür..

Allerdings hast du nicht damit gerechnet, dass du nicht die einzige Rettung für mich sein kannst und irgendwann lag ich am nächsten morgen nicht mehr da.

Die Rettung kommt auf dem Fahrrad - auch Nachts und hat mich gefunden in einsamen Stunden.
Die Rettung ist, vom Ende der Welt eine Nachricht zu bekommen: Ich denke an dich und drücke dich.
Die Rettung schimpft mit dir über alles und jeden.
Die Rettung, legt sich zu dir ins Bett und ist gemeinsam traurig.
Die Rettung ist eine Umarmung, die dich die Welt vergessen lässt.
Die Rettung ist, sich gegenseitig die Haare zu halten.
Die Rettung ist, sich nach einer durchzechten Nacht auf die Straße zu setzen und endlos lange über alles und jeden zu reden.
Die Rettung ist, jedes kleinste Detail noch hundertmal durch zu kauen, auch wenn man kein Ergebnis findet.
Die Rettung ist, einfach da zu sein, wenn es wirklich drauf ankommt.


Und dann, kommt diese eine Rettung: Jemand, der dich alles Schlechte vergessen lässt, der dich aus der Bahn wirft und alles auf den Kopf stellt. 


Die Rettung, die mich wieder strahlen lässt.




Kommentare:

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