Zweifelhafte Gedanken

Innerhalb kürzester Zeit, habe ich mich in zweifelhaften Zweifeln verlaufen und verloren. Ich stehe dem Zweifeln skeptisch gegenüber und mit all meiner Grübelei um das Zweifeln und die Skepsis, bin ich echt skeptisch ob mir der Unterschied zwischen Zweifel und Skepsis noch klar ist oder ob mein Gedankenstrudel gerade zweifelhafte Bahnen nimmt. Und wieviel Zweifel ist eigentlich normal?

Dann bin ich auf dieses schöne Zitat gestoßen:
Das höchste Zeichen von Intelligenz ist der Zweifel 
(Francois Mauriac)

Gelesen und gezweifelt.


Und lange gegrübelt und nach dem vielen zweifeln irgendwann verzweifelt und mir gedacht - ich bin so unglaublich intelligent. Wobei mich die Frage interessiert, wie intelligent ich wirklich bin, wenn ich mir anschaue, wie ich mich über eine Woche hinweg unglaublich verrückt gemacht habe. Gezweifelt habe an allem und jedem und vor allem an mir Selbst. Der Selbstzweifel in dem ich in der letzten Woche gebadet habe, stieg mir bis zum Hals und ich drohte darin zu ertrinken. Wie intelligent bin ich also, wenn ich mich mit meinen eigenen Selbstzweifel so sehr verunsichere, dass ich alles bezweifelt habe, dass mir die Fähigkeit fehlte, schönes zu erkennen. Denn ich habe versucht in jeder Nettigkeit, in jeder schönen Geste, in allem positiven, das mir wiederfahren ist,  den Fehler zu finden. Ich habe mich viel mehr darin verstrickt, schlechtes zu sehen, statt einmal die Augen auf zu machen und zu sehen was vor mir liegt. Nämlich dass es im Leben auch mal schöne Dinge gibt und man wundervolle Momente erlebt.

Ich zweifelte an Freundschaften und der Fähigkeit eine gute Freundin zu sein. Ich zweifelte, weil mir die Worte fehlten um gute Ratschläge zu geben. Weil ich so vielem, was mir erzählt wurde, mit unglaublicher Skepsis gegenüber stand. Zweifelte - immer wieder.
Ich zweifelte an Menschen, die in mein Leben traten. Bezweifelte, dass mich jemand gern haben sollte. Zweifelte an meinen Fähigkeiten, jemanden gern haben zu können. Zweifelte daran ob es gut ist, sein Herz zu öffen und zweifelte ob es Sinn macht, Vertrauen zu zulassen. Ich zweifelte daran, etwas zu sagen, etwas Preis zu geben, denn es ist doch viel einfacher zu Schweigen, statt etwas zu sagen und damit neuen Zweifel zu schaffen. Ich zweifelte an jedem kleinsten Detail, jedem Unterschied und jeder Kleinigkeit. Ich zweifelte daran, in wie weit sich Gegensätze anziehen können und wieviel man bereit ist zu akzeptieren. Ich zweifelte an Distanz und Nähe und verlor mich irgendwo dazwischen. Denn wie viel Nähe soll man zulassen und wie viel Distanz wahren?

Und dann wachte ich nachts auf. Stunde um Stunde, weckt mich das Schlagen der Kirchturmuhr. Ich schrecke hoch, immer wieder. Fühlte mich einen kurzen Augenblick, als wäre ich noch im Traum und alles wäre gut, so wie damals alles gut war, als ich nicht alles und jeden anzweifelte. Doch schließlich erdrückt mich die Schwerer der Realität und ich drohte in meinen Selbstzweifeln zu ertinken. Jede einzelne Zelle meines Körpers schmerzte, weil die Last dieser Sorgen mir die Luft zum Atmen nahmen.

Plötzlich bekam ich allerdings innerhalb kürzester Zeit ein paar Schläge auf den Hinterkopf. (Denn ab und zu braucht man die scheinbar um wieder klar zu sehen)

Es rührte mich fast zu Tränen, denn unweigerlich wurde mir klar, dass Freundschaft auch mal darin besteht, einem Thema mit Skepsis zu begegnen.

Dass Zuhören reicht, auch wenn man das Gefühl hat, keine Ratschläge geben zu können.

Dass es genug ist, einfach da zu sein.

Dass es reicht, schweigend auf dem Sofa zu sitzen, um dem Gefühl zu entrinnen, mit einer Sache völlig allein zu sein.


Den verbale Schlag auf dem Hinterkopf, bescherte mir schließlich das Müsli und sagte mir, ich solle weniger zweifeln und mehr genießen. Schöne Dinge, die passieren, annehmen und akzeptieren. Mich drüber freuen, statt nach etwas Negativem zu suchen.
Denn zuviel Zweifel zerstört.

Letztendlich habe ich allerdings in einer einzigen Woche so viel gezweifelt, dass ich mich nun ziemlich verzweifelt fühle und mir Momente zurück wünsche, in denen jemand den Arm um mich legt und sagt: 'Alles ist gut! Hör auf zu zweifeln!'

Vielleicht ist es aber irgendwann auch an der Zeit alle Zweifel über Bord zu werfen und sich einfach fallen zu lassen.

Kommentare:

  1. Zweifeln ist menschlich. Auch wenn es in den bescheuersten Situationen ist.
    Eine Woche bevor ich meine Zulassung für die Uni bekommen hatte, war ich in einem so großen Loch, weil ich panische Angst hatte, dass ich nicht genommen werde. Und dann zweifelte ich an allem, an mir und dass überhaupt noch etwas aus mir werden könnte.

    Ich glaube ab und an muss man zweifeln einfach um sich wieder ein bisschen Realität zu holen.

    Aber ich kann dir Sagen, Dinge haben die Tendenz positiv zu sein, also zweifel nicht mehr ganz so viel. :)

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  2. Vielen Dank für das Kompliment. "Wunderschön" & "Direkt ins Herz" hört man als Schreiberling doch gern.
    Ich denke stets viel und das bedeutet auch ab und zu dein Thema im Köpfchen herumschwirren zu lassen.

    Den Zweifel versuche ich jedoch durch das Aufdecken von Dingen zu kompensieren.

    Zum Beispiel weiß ich nicht, ob ich jemals fähig sein werde, wirklich etwas aus meiner Kunst zu machen - großartige Werke vollbringen kann oder nicht. Andererseits kann man alles irgendwie lernen. Ich lerne gerade, probiere aus und erfahre mich ganz neu. Macht ohne große Töne spucken zu wollen, wirklich Spaß und erfüllt mich.
    -> Gehe deinen Hobbies nach!

    Ich als Mensch bin da nicht anders. Du wolltest schon immer mal etwas Verrücktes tun? Dann tu es. Jetzt. Man hat immer die Chance und die Zeit etwas für sich zu tun. Der Geist in uns will wachgerüttelt werden. Das Gefühl von (lebendig) Sein will her.
    -> Mach etwas Verrücktes oder Sport!

    Zudem sind Verborgenheiten, Geheimnisse oder auch Zweifel nicht in sich hineinzufressen. Teilen, Reden oder auch (wie in diesem Fall) Schreiben hilft, sich von der negativen Bürde loszulösen.
    Zweifeln ist Intelligenz...das denke ich auch oftmals, doch dann füttere ich mein Hirn, lern etwas Neues, entwickle eigene, ehrliche Gedankenstränge und spüre die Intelligenz im Miteinander mit anderen Menschen. Der, der intelligent ist, muss sich ja nicht stets in Bücher wälzen oder allein über die Welt sinnieren. Ein Käffchen mit der Freundin und schon ist alles anders.
    -> Teile deine Gedanken mit Freunden!

    Veränderung(en) stehen auf der To Do Liste auch ganz weit oben. Bring mal aus Spaß Feng Shui in die Wohnung oder färbe dir die Haare.
    Ich war unzufrieden mit meinem Studium. Nach laaaangem Überlegen und vor allem Zweifeln, habe ich endlich den Schlusstrich gezogen. Das istkein Scherbenhaufen, den ich aufkehren muss, sondern eine Geschichte, die ich nun neu spinnen darf, denn so fühlt es sich an.
    -> Verändere etwas in deinem Leben!

    Ich glaube nicht an einen Gott,...doch daran, dass wir uns und unseren Lebensweg stets selbst gestalten können.

    Viel Spaß beim Entdecken, denn das Leben ist nunmal wirklich zu kurz zum Dauerzweifeln!
    -> Entdecke (Dich) & lebe!

    ♥Looona Lou

    PS: Das ist weder eine Liste aus dem Internet, noch habe ich sie an meiner Pinnwand hängen. Sie ist spontaner, intuitiver Natur & kann stets nach Belieben verändert werden! ^^

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  3. Liebe Sabrina, dein Text rührt mich so sehr und ich bin mal wieder von dir und deinem Schreiben überzeugt. Du kannst deine Gedanken aufschreiben und ich hoffe, dass dir allein das schon hilft. Ich denke an dich und ich wünsche dir von Herzen, dass du dich bald wieder gefunden hast. Ich glaube, dass es fast nichts schlimmes gibt, als zu zweifeln oder sich auch nach dem Sinn von Freunschaft, Arbeit.. oder einfach dem Leben zu fragen. Ich finde den Spruch mit der Intelligenz wunderbar und ich musste lächeln, weil dieser Spruch mich ab heute, wo ich ihn hier lesen durfte, begleiten wird. Genau wie dein Text, der mir zeigt, dass ich nicht alleine mit meinen Gedanken und Gefühlen bin. Wenn du jemanden zum reden brauchst, ich bin da. Lisa

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  4. Du bist genauso verzweifelt wie ich o.O suchend und wirr

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