Das ist für die Brautschuhe

Samstag war seit langer Zeit mal wieder ein Buchladentag. Auch wenn ich mich morgens beim aufstehen selbst verfluche, dass ich am Abend vorher etwas unternommen habe oder warum ich überhaupt Samstags arbeiten gehe.
Dennoch, wenn ich dort bin und den ersten Schub an Müdigkeit überwunden habe, ist es meistens dann doch ziemlich cool.
Es ist schön, wenn man Menschen mit Buchpaketen glücklich machen kann. :)
Außerdem war meine Lieblings-Kundin Frau M. mal wieder da. Sie ist so lieb und zaubert mir immer ein Lächeln aufs Gesicht - am Samstag hat sie mir ein Kompliment über meinen (eigentlich überhaupt nicht außergewöhnlichen) grünen Pulli gemacht. Zwinkert mir noch kess zu. Die Frau ist einfach cool.

Wobei das nicht der Anlass für diesen Blogeintrag ist.

Im laufe des Vormittags habe ich auch einen älteren Herren bedient. Auf Grund der neuen Buchpreise, die sich grad nach und nach einschleichen, besteht das Rückgeld ganz oft aus 1 oder 2 Cent Stücken.
Viele schieben das Geld ein und irgendwann hat man das Gefühl der Geldbeutel möchte platzen.
Der alte Herr also wollte sein Cent Stück nicht haben. Gab es mir mit den Worten: "Das ist für die Brautschuhe" Ich finde es eine schöne Tradition irgendwie. (Obendrein wurde mir dieses Kleingeld in meiner langjährigen Buchladen-Arbeit bereits zum zweiten Mal mit genau dieser Aussage überlassen)
Selbst besitze ich nämlich sogar tatsächlich eine große Flasche in der das ganze Kupfer-Geld gesammelt wird. Natürlich eigentlich auf Grund der Braut-Schuh-Tradition.

Allerdings kam ich ein wenig ins grübeln und kam auch irgendwie nicht so ganz drum herum mich zu fragen - Warum heiratet man überhaupt?

Ist es wirklich notwendig, so etwas auf sich zu nehmen?
Manchmal ist die Rechtfertigung, steuerliche Vorteile oder wenn einer von beiden bayernweit versetzt werden könnte.
Eigentlich sollte man doch aus Liebe heiraten. Weil man es geschafft hat, die Person zu finden, die alles für einen ist. Ohne die man nie mehr existieren möchte.
Denn ich finde nur wenn das die Intention ist, erscheint mir eine Heirat als angemessen. Denn nur wenn ich sagen kann - ich habe die wahre Liebe gefunden, mit der ich wirklich bis an mein Lebensende sein möchte.
Der Knackpunkt an der Sache - kann man heutzutage wirklich noch auf die wahre Liebe vertrauen? Bleibt man wirklich noch bis an sein Lebensende mit genau einer Person zusammen? Oder ist der Mensch nicht vieleher so egoistisch geworden, dass es nur noch Lebensabschnittsgefährten gibt? Wo wir uns den passenden Partner für die momentane Lebenssituation suchen?

Was das Heiraten angeht bin ich wirklich mittlerweile mehr als skeptisch, denn warum sollte man das Risiko einer Heirat eingehen, wenn man auch einfach ohne Heirat gemeinsam existieren kann. Nicht verheiratet zu sein, macht schließlich auch die Trennung einfacher. Oder ist vielleicht das das Problem, dass wir uns ohne Heirat weniger verbunden fühlen? Schneller den Rückzug antreten und die Zelte abbrechen. Schneller aufgeben?
Andererseits... bleibt eine Heirat ja doch nur irgendwie eine Formalität - dass man auf einer Urkunde unterschreibt, dass man zueinander hält.
Viel wichtiger ist doch eigentlich, wie sehr man im Herzen mit der anderen Person verbunden ist.

Es gab auch mal eine Zeit, da war ich nicht skeptisch. Da war ich sicher - überzeugt davon, wo ich hingehöre. Überzeugt ich werde Heiraten. Dieser typische Kindheitstraum von Heirat, Haus und Kindern.
Der - nun da ich 'groß' bin, mir irgendwie nicht mehr so rosig erscheint - in einer Zeit in der Trennung und Scheidung schon zur Normalität geworden ist.


Kommentare:

  1. aah das freut mich nun aber (:
    wunderbar, du bist also auch in den genuss von kakkmaddafakka gekommen! schön dass es dir auch gefallen hat.
    ich fand das konzert wirklich sehr gut, da können wir uns ja nur auf southside und ein wiedersehen freuen (;

    über die centübergabe für die brautschuhe musste ich eben sehr schmunzeln ;)

    liebe grüße, Barbara

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  2. Hey! :)
    Oh man, was ist das für eine Tradition? Was habe ich verpasst???

    Ich wollte früher immer heiraten, seit einem Jahr stehe ich dem Ganzen
    aber auch sehr skeptisch gegenüber. Warum das so ist, weiß ich nicht so genau.
    In meinem Umfeld gibt es gerade einige Ehen, die scheitern und einige davon sind erst seit drei oder vier Jahren verheiratet und noch unter 30 Jahre alt... Vielleicht deswegen.
    Und ganz ehrlich: Das möchte ich nicht, da bleibe ich lieber alleine, ao hart es auch klingt!
    Und trotzdem glaube ich, dass wenn der richtige Kerl kommt, dass ich's mir dann doch wieder vorstellen kann...
    Schwieriges Thema!
    Ja, solche "Lieblingskunden" habe ich auch, die sind einfach toll und machen den Tag zu
    etwas Schönem!

    Schicke dir liebe Grüße und wünsche dir ein tolles Wochenende! :)

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