Die Frage ist...

...warum stelle ich mich selbst so gerne infrage?

Ich bin gut darin Fragen zu stellen.
Noch besser aber bin ich darin, mich selbst infrage zu stellen.

Vielleicht liegt das daran, weil der Mensch sich tagein, tagaus misst. An und mit anderen. Denn aus einem Pool an Adjektiven, werde ich immer diejenigen auswählen, die ich nicht verkörpere und die mir fehlen. Andere Menschen hingegen, haben genau das, was ich mir einrede, was meiner Persönlichkeit fehlt. Das macht sie automatisch irgendwie besser. Denn sie haben schönere Haare. Sind größer. Gesprächiger. Lustiger. Liebenswürdiger. Wortgewandter. Erfolgreicher.

Meine Haare hingegen sind strohig, formlos und undefinierbar. Hängen irgendwie traurig an mir dran, während ich am Tisch sitze und ernst schweige. In meinem Kopf sind 1000 Gedanken, die ich gleichzeitig denke, doch keinen davon kann ich in Worte fassen. Also beneide ich still und leise andere Menschen um den Anteil, den sie besser sind als ich. Aber wer hat überhaupt das Maß für "besser" festgelegt. War ich das nicht eigentlich selbst mit meiner infrage gestellten Fragerei? Bin ich nicht eigentlich selbst mein größter Feind, wenn ich mich auf die Suche begebe, ein "besser" für mich selbst zu finden. Bin nicht ich der ausschlaggebende Grund für die Verwirrung, die um mich kreist, wenn ich mich mal wieder selbst infrage stelle und mich frage wer ich überhaupt bin?

Ich verstricke mich in ein Netz aus Fragen und am Ende frag' ich mich, wie war die Frage?
Vielleicht muss man manchmal weniger fragen und sich vor allem weniger infrage stellen. Denn irgendwann werde ich an all den Fragen ausreichend wachsen und es nicht mehr schlimm finden, dass jemand größer ist, als ich.



Stellt ihr euch manchmal selbst infrage?
Wenn ja, wie ist eure Antwort darauf?

(Meine Antwort darauf, kann ich euch an dieser Stelle verraten: Ihr seid fabelhaft!)

Kommentare:

  1. Ich glaube, das ist ein typisches Frauenproblem - wenn nicht sogar DAS Problem.

    Allein die Werbung ist ja darauf ausgelegt, dass frau ständig in den Spiegel gucken muss, und dabei sämtliche Mängel an sich feststellt, die die Frau in der Werbung so nicht hat. Das überträgt sich dann auch auf das Umfeld und man fängt an Vergleiche zu ziehen - ob unbewusst oder bewusst. Meine Freundin hat ein Mann, 2 tolle Kinder und ein wundervolles Haus. Ich habe einen wundervollen Mann, keine Kinder und mag meine Wohnung überhaupt nicht. Geht es ihr aber wirklich besser, als mir? Kann ich hinter ihrer Fassade nicht vielleicht doch ein paar Risse entdecken? Wer sagt denn, dass sie damit glücklich ist?

    Ich glaube, wir sollten wirklich damit aufhören, uns an anderen zu "messen". Man sollte zufrieden mit sich und seinem Leben sein. Wenn man das nicht ist, dann sollte man es ändern. Aber nicht nach irgendwelchen falsch vorgegeben Richtwerten, sondern so, wie Du es haben möchtest und wie Du Dich wohlfühlst.

    Ich drück Dich ganz lieb :-*

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    1. Irgendwie ist es ein beruhigendes Gefühl, mit diesem "Problem" nicht alleine zu sein und ich stimme dir da auch zu - Wenn ich denke, dass jemand besser ist, heißt es ja nicht automatisch dass dieser Mensch sich damit glücklich(er) fühlt. In rationalen und logischen Gedankengängen kann ich das oft ein sehen, aber wenn das Grübelmonster-Karussel sich dreht, gibt es oft keinen logischen Ausweg.

      Aber ich weiß nun, dass ich nicht alleine auf diesem Karussell sitze und das fühlt sich sehr beruhigend an. <3
      Danke du liebste *___* knuff!!!

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  2. Im Infragestellen und vor allem im an anderen messen bin ich ebenfalls ganz groß dabei. Das Problem ist einfach, dass du ganz alleine mit dir selbst bist und (zumindest fast) alle Winkel und Ecken deines Gehirns kennst. Deshalb misst man bei diesem Vergleichen mit zweierlei Maß: die anderen bewertet man nach dem, was sie nach Außen tragen. Und sich selbst bewertet man als Gesamtkonzept. Das ist nicht nur ziemlich unfair, sondern kann eigentlich nur schief gehen.

    Das ist meine Antwort auf die Frage. Es gibt immer wieder Zeiten, in denen ich mich permanent an anderen messe und mich auf die Dinge reduziere, die ich nicht an mir mag. Oder nicht erreicht hab. Oder oder oder. Das ist in gewissem Maße auch gut, denke ich, damit man als Person weiter kommt. Aber wenn sich daraus ein manifester Selbstzweifel entwickelt, sollte man gegenarbeiten und sich lieber fragen: was kann ich denn? Was habe ich schon geschafft? Sind meine Haare wirklich so undefinierbar (was ich nämlich anhand der Fotos absolut nicht finde ;) ). Und vielleicht sind das ja auch genau die Dinge, die andere manchmal an einem selbst beneiden. Denn egal, wie sehr man zweifelt: irgendwas kann jeder und hat jeder und will jeder. Davon bin ich fest überzeugt und das macht jeden wertvoll :)

    Ich habe mal eine Liste angefangen, in der ich Erfolge festhalte, die mich wirklich viel gekostet haben und an denen ich gewachsen bin. Alleine in eine fremde Stadt ziehen. Diese mündliche Prüfung, bei der 50% Durchfallquote ist, bestehen. Solche Sachen. Und wenn nichts mehr geht, schau ich darauf und denke: joa. Ist ja doch einiges. Das hilft dann meistens :)

    Liebste und unzweifelige Grüße - irgendwann kriegen wir das mit dem stabilen Selbstwertgefühl auch noch hin! ;)

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    1. Das mit dem zweierlei Maß finde ich einen ziemlich guten Satz und da hast du vollkommen recht. Nur diesen Unterschied wahr zu nehmen ist nicht immer ganz einfach ;)

      Ich glaube auch, dass es uns in vielen Momenten weiter hilft, uns ab und an zu messen, einfach nur um uns anzutreiben und auch uns zu verbessern.

      Das mit der Liste finde ich eine super schöne Idee - ich denke das sollte ich auch mal machen. Es ist gut sich seine eigenen Errungenschaften auch mal wieder vor Augen zu führen.

      Schön dich als meine Zweifel-Partnerin zu wissen <3

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  3. Toller Text!
    Ich kenne das von mir selbst, ich stelle auch immer hohe Ansprüche und vergleiche mich mit anderen.
    Ich versuche mich aber immer wieder daran zu erinner, dass ich andere Vorteile habe und jeder auf seine Art und Weise gut ist :)

    Liebe Grüße

    http://nilooorac.blogspot.de

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    1. Hohe Ansprüche sind meistens in Ordnung - einfach um uns anzutreiben. Aber du hast Recht, man muss sich immer wieder seiner eigenen Vorteile und Vorzüge bewusst werden.
      Dankeschön für deine lieben Worte.

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  4. Hey,
    Dankeschön für den kleinen Ausflug in deine Gedanken :-) Natürlich möchte ich dir auch meine Gedanken dazu hier lassen:
    Ich habe das bisher immer so gesehen, dass man sich mit anderen Menschen vergleicht, aber nicht misst. Das Leben soll ja kein Wettkampf sein. Wenn wir uns selbst mit anderen Menschen vergleichen, dann können wir uns leichter selbst beurteilen.
    Es ist ziemlich egal, wie andere Menschen sind. Sie sind aus vielen verschiedenen Gründen so geworden, wie sie sind. Nicht immer haben sie es ausschließlich sich selbst zu verdanken. Wir wissen ja, was uns alles im Leben prägt. Die Elter, Geschwister, Erziehung, Kollegen und wir haben noch viele weitere Inspirationen, die uns zu dem gemacht haben was wir sind. Natürlich haben wir auch viel uns selbst zu verdanken, aber nicht nur.
    Wenn jemand größer ist, meinst du dann körperlich? Die Körpergröße kann niemand beeinflussen, das ist eben so. Wäre sehr interessant, wenn jemand behauptet, dass er sich das selbst verdankt. Andere Menschen sind auch nicht besser sondern nur anders. Ob sie nun gesprächiger, wortgewandter oder erfolgreicher sind ist eigentlich egal. Das bist du auch...es ist nur anders als bei anderen Menschen. Ich weiß nicht, was der Grund dafür ist, dich selbst infrage zu stellen. Es ist mit Sicherheit nicht notwendig. Glaubst du wirklich, dass jemand liebenswürdiger ist als du? Ich kann es mir nicht vorstellen (das sagt mir mein gesunder Menschenverstand :-P) und dein Freund wird dir das ebenfalls bestätigen können.

    Es ist immer gut, sich selbst Fragen zu stellen und über sich selbst nachzudenken. So kommt man zu den Antworten wer man ist, wie man ist und warum man so ist wie man ist. Aber es macht keinen Sinn sich selbst infrage zu stellen. Nutze deine Zweifel um herauszufinden, wie dir das Leben begegnen soll. Aber nicht dafür, um festzustellen, dass andere Menschen besser sind als du. Sind sie nicht, logischerweise sind sie einfach nur anders. Was für eine seltsame Welt hätten wir, wären wir alle gleich. Das mit den 1000 Gedanken kenne ich, man kann sie nicht beschreiben und sie hängen auch nicht zusammen. Sie zu beschreiben ist fast unmöglich. Du schaffst es aber, einzelne Gedanken daraus herauszuholen und diese in Worte zu fassen. Ich würde das schon als Erfolg betrachten.
    Du wirst auf jeden Fall noch wachsen, messe dich einfach nicht an anderen Menschen. Du bist ein toller Mensch, mein Tipp ist einfach, bleib so wie du bist. Und verändere etwas an dir, wenn du selbst denkst dass es dir gut tut. Nicht weil du so sein möchtest, wie es andere sind.
    Stell dich nicht infrage, du bist ein wirklich lieber Mensch. Das ist meine Antwort. :-)
    Liebe Grüße und ein wunderschönes Wochenende.
    Danny

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    1. Schön, dass dir der kleine Ausflug gefallen hat und was am wichtigsten ist: VIELEN LIEBEN DANK für deine lieben Worte - Balsam für meine "selbstzweifelige" Seele.

      Eigentlich hast du auch zu 100 % recht. Ich sollte vielleicht einfach in jedem Moment, in dem mich dieser Zweifel überkommt einfach deine liebenswerten und tollen Worte lesen.
      Dann fühlt man sich gleich sehr viel besser.

      Danke dafür <3

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  5. Ja, ich kenne das sehr gut. Ich versuche mir immer einzureden, dass ich gut bin, wie ich bin. Meistens vergeblich.
    Keine Ahnung, warum es so ist!
    Ich mag dich so, wie du bist! Auch wenn wir uns persönlich noch nicht getroffen haben! :*

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    1. Dieses liebe Kompliment kann ich dir nur zurück geben <3 Aber wie ich das hier sehe könnten wir glatt eine "anonyme oder nicht ganz so anonyme Selbstzweifler"-Gruppe starten und uns gegenseitig vor den Selbstzweifeln beschützen <3

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  6. Ich vergleiche mich auch oft mit anderen Menschen und habe auch oft das Gefühl "schlechter" oder "nicht gut genug zu sein". Das kann einen herunter ziehen oder man versucht etwas draus zu machen, warum kann die Person dies und jenes und ich nicht? Vielleicht hat die Person einfach mehr Übung oder ist sie wirklich talentierter? Und muss ich das überhaupt können? Kann die Person XY Dinge, die zu meinen Talenten gehören auch so gut oder ist das mein Talent?

    Ach und zu den Haaren: Da musst du tatsächlich nur etwas mit Produkten experimentieren und schauen, was für dich funktioniert UND oft ist es auch eine Sache des Stylings (so war es bei mir). :D

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    1. Danke liebste Lynndgren für die lieben Worte. <3 Ich werde mir diese Worte auf jeden Fall zu Herzen nehmen und beim nächsten Mal zweifeln, mir mehr Fragen aus deinem Kommentar stellen.

      Zu den Haaren: Ich glaube das größte "Problem" wenn man so will, ist dass ich schon lange nicht mehr beim Friseur war und eigentlich gerade auch die Haare wachsen lassen will. Aber du kennst das Problem sicher, wenn man mal bei so einer seltsamen Übergangslänge angekommen ist. Ich versuche durchzuhalten ;) <3

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  7. Ohja, ich weiß wie du dich fühlst. Mir geht es da oft nicht anders :) Einfach durchhalten und sich treu bleiben <3

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA

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    1. Ja, ich denke sich selbst treu bleiben ist wirklich das Wichtigste, auch wenn es manchmal schwer fällt ;) Aber zu wissen, dass sich andere Menschen auch mal so fühlen, hilft auch :) <3

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  8. liebste Frau Heldin!
    soll ich dir mal was verraten? DU, ganz genau DU, bist gerade (m)eine wirkliche Heldin! meine. ganz persönliche. SO! und zwar deshalb, weil ich, seit ich diesen deinen wundertollen Blog für mich entdeckt habe, überhaupt nicht mehr aus dem Schmunzeln heraus komme ((; es ist, als würdest du in meinen Kopf sehen können, meine Gedanken lesen, meine (massiven) Selbstzweifel erkennen und hier niederschreibst! es ist wirklich der Wahnsinn! ich lese und lese und staune und schmunzel und freue mich und weine im nächsten Moment wieder... einfach unglaublich! es gibt also da draußen, tatsächlich jemanden, der ganz genauso ist, wie ich?!? irgendwie gruselig auch ;)) aber auch toll, einfach großartig! denn genau dass was du hier zu Anfang schreibst, das du dieses Wirr-Warr nicht in Worte fassen kannst, ist doch gar nicht wahr! du machst dass doch wunderbarst ((; DU, genau DU, kannst dass! ich kann dass nicht z.B....momentan jedenfalls nicht...und dass fehlt mir so! macht es doch den übervollen Kopf freier...lichtet das Ganze...macht Hoffnung...ich bin so froh, dich jetzt hier kennenlernen zu dürfen! danke, wirklich, hab ganz lieben Dank! dafür, daß es dich gibt...und du deine Sicht (unsere) Sicht der Dinge, hier mit uns teilst! bis ganz bald wieder...hoffe ich!?! (;

    liebgruß, Liv *

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    1. Liebste Liv,
      ich danke dir von Herzen für deine tollen und ehrlichen Worte. Das war so schön zu lesen, dass dieses Wirr-Warr irgendwo jemanden findet, der es versteht <3
      Danke <3

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Ich freue mich über eure Kommentare, Gedanken, Grübeleien, Anstöße, Irrungen und Wirrungen sowie über Lob und konstruktive Kritik. Von Herzen DANKE fürs Lesen und die Zeit die ihr euch für ein paar Worte an mich nehmt.

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