Wenn die Luft zum Atmen fehlt.

Das letzte halbe Jahr von 2017 war schwer und es ging mir alles andere als gut.

Der Grund: Das Studium und die Masterarbeit. Etwas, dass ich mir doch eigentlich aus Spaß ans Bein gekettet habe. Doch am Ende schlangen sich die Ketten um mich und raubten mir buchstäblich die Luft zum Atmen.

Die Masterarbeit war für mich purer Stress. Ständig war da diese Angst, dass was ich Schreibe könnte Quatsch sein. Der Aufbau wäre falsch, die Struktur schlecht und überhaupt - vielleicht wäre es am besten wenn ich einfach alles hinschmeißen würde. Doch ich biss die Zähne zusammen, heulte mich immer wieder in den Armen des Kerls darüber aus. Tippte mir die Finger wund, bekam von dem Stress Atemprobleme, fühlte mich kraftlos und traurig aber zwang mich immer wieder dazu, die Tränen wegzuwischen und dieses "scheiß" Dokument endlich fertig zu schreiben.

Um 22:30 am 03.10. - nach einem ganzen Tag Korrekturlesen - schickte ich das fertige PDF-Dokument an den Copyshop. Am darauffolgenden Nachmittag konnte ich es abholen und brachte es direkt zur Post, damit es pünktlich zum Abgabetermin (09.10.2017) in Salzgitter sein würde.

So sieht Erleichterung aus:

...zumindest für den Moment.

Eine erneute Welle aus Stress überrollte mich, als es an die Auswahl des Termins für das  Kolloquium ging. Wir fanden einen Termin und so sollte ich also ein allerletztes Mal nach Salzgitter zur Universität fahren. Rund 12 Stunden Fahrt (Hin- und Zurück) für 45 Minuten Kolloquium. Sogar während der Vorbereitung kamen wieder die Zweifel und innerlich hoffte ich immer nur, dass es mir genügen würde einfach zu bestehen. 

Nach einer langen Fahrt stellte ich also mit zitternder Stimme die Ergebnisse meiner Arbeit vor. Die Nervosität wollte nicht abfallen, doch ich kämpfte mich durch. Am Ende bekam ich noch ein paar Fragen gestellt und wurde schließlich hinausgeschickt, damit sich die Prüfer beraten konnten. Eine Woge der Erleichterung war es, als ich draußen in die Arme meiner guten Freundin L. sinken konnte (Danke, dass du da warst :)). Wir bangten gemeinsam und nach einiger Zeit durfte ich erneut in den Vorlesungssaal eintreten. Hände wurden geschüttelt und eine Note für Masterarbeit und Kolloquium verkündet - "Herzlichen Glückwunsch zum Abschluss Ihres Studiums." 

Trotz der vielen Panik und Unsicherheiten wurden Masterarbeit & Kolloquium gemeinsam mit einer 2,0 bewertet. Etwas, dass mich voll und ganz zufriedenstellte. Im Gesamten erreichte ich in meinem Zeugnis einen Durchschnitt von 1,86 :)
Als ich dann kurz vor Weihnachten endlich mein Zeugnis in den Händen hielt war ich einfach nur froh und glücklich darüber, dass ich dieses Kapitel erfolgreich abgeschlossen habe.

Mein Studium in Zahlen:
2 Jahre
4 Semester
2 Wochen, 16 Wochenenden und ein einzelner Tag
42 Übernachtungen
21.420 km

2 Jahre lang habe ich nun also neben einem stressigen Vollzeitjob ein Studium absolviert. Es ist unglaublich wie schnell diese Zeit vorbeigegangen ist.

Danke Kerl - für 2 Jahre lang Unterstützung, danke L & J für die permanente Übernachtungsmöglichkeit, die leckeren belegten Semmeln und die schönen Stunden, in denen ich immer wieder bei euch Willkommen war.

Ich habe lange nicht geglaubt, dass ich mich jemals würde Master nennen können.

Aber nun..auf bald,

Eure FrauHeldin, MBA

q.e.d.




Kommentare:

  1. 42 (!) Übernachtungen?? Das kam mit so gar nicht vor. Du bist so toll und immer in unserer Wohnung und in unserem Leben. Du bist so so super! :)

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  2. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!! Du kannst so stolz auf dich sein! Ich - und garantiert auch viele andere sind - bin wahnsinnig stolz auf dich, Ms. Frau Heldin-Master! <3 Was du da über 2 Jahre hinweg durchgezogen hast, muss dir erst einmal jemand nachmachen. Dass du oft am Rande der Verzweiflung warst, kann ich nachvollziehen. Um so besser ist es, wenn du da den Kerl und deine lieben Freundinnen L & J an deiner Seite hattest, die dich abgelenkt und aufgebaut haben.
    Fühl dich gedrückt und alles Liebe! <3

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  3. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ;)

    VG Louise

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  4. Herzlichen Glückwunsch, Liebes! Du kannst wirklich stolz auf dich sein!!

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  5. ich bin wirklich so so stolz auf dich, dass du es gepackt hast. ich weiß, dass das eine super harte zeit für dich war, aber umso stolzer kannst du auch selbst sein <3 es ist keine selbstverständlichkeit, sowas neben einer vollzeitstelle hinzubekommen. als belohnung gab es - mal abgesehen vom master-titel - hoffentlich eine nochmal vertiefte beziehung zu den beiden salzgitter-mädels :)
    ich weiß noch, als wir beim wiener bloggertreffen drüber geredet haben, dass du grade damit begonnen hast - und kurz vor der hochzeit hast du dann abgegeben. schön, dass ich dich in dieser zeit auch ein bisschen begleiten konnte und umso schöner, dass es dir jetzt wieder besser geht!

    AUSSERDEM hattest du ja nicht "nur" das studium zu bewältigen, sondern ihr hattet ja das hausbauprojekt auch noch. eigentlich sehr verwunderlich, dass du nicht völlig durchgedreht bist ;)

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  6. Auch hier nochmal meinen herzlichsten Glückwunsch!! Ich bewundere Dein Durchhaltevermögen... Schön das Du Dir das bewiesen hast. Sei stolz auf Dich!!!

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  7. Herzlichen Glückwunsch! Ich kann das nachvollziehen, da die Bachelor-Arbeit mein 2017 total stressig und panisch gemacht hat. So viele Nervenzusammenbrüche und Zweifel und Zukunftsängste. Es war eine Erleichterung, als ich es hinter mir hatte. Aber du hattest noch einen Job dazu. Also Hut ab, das ist Disziplin und Willensstärke! :)

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  8. Allerherzlichste Glückwünsche!! Dein Text spricht zwar von einer zermürbenden Zeit, aber du hast sie gemeistert und kannst unendlich stolz auf dich sein! Richtig, richtig toll! :)

    Liebe Grüße
    Mel

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