Im Gegensatz zu dir...

… bin ich doch ganz anders!


In der Physik wird uns beigebracht "Gegensätze ziehen sich an!".
Ein Pluspol und ein Minuspol ziehen sich also an, wohingegen sich gleichnamige Pole abstoßen.

Im Gegensatz dazu gibt es das Sprichwort: "Gleich und gleich gesellt sich gern!"

Wo also liegt das ausgewogene Maß zwischen diesen beiden Aussagen - denn wahr sind sie beide - irgendwie.. Warum gibt es physikalisch gesehen, kein Maß dafür, um zu erkennen wie viele Unterschiede und Gegensätze wir brauchen, damit wir uns - wie magisch - anziehen. Und warum umgeben wir uns auf der anderen Seite so gerne mit Menschen, die uns ähnlich sind und unsere Eigenarten teilen?


Viel zu oft gerate ich in diesen Gedankenstrudel aus all diesen Gegensätzen die uns beide ausmachen. So vieles worin wir uns so sehr unterscheiden, dass ich manchmal die Angst bekomme, es könnte dazu führen sich voneinander zu entfernen.

Vielleicht bin ich das Feuer und du bist das Wasser? Spielst du gerne mit dem Feuer und brauche ich vielleicht manchmal einen Dämpfer - ein bisschen kaltes Wasser, um wieder klar zu denken?
Was ist, wenn du gern redest und ich viel lieber schweig? Aber ich nur deswegen schweige, weil ich so gern an deinen Lippen hänge?
Vielleicht bist du die Nacht und ich bin der Tag. Und eigentlich ergänzen sich die beiden perfekt.
Was ist, wenn die Spontanität die Planwütigkeit besiegt, oder ist es genau das, was den Reiz ausmacht? Vielleicht brauche ich ab und an ein wenig Chaos, dass ich ein bisschen ordnen kann?
Vielleicht brauche ich manchmal jemanden, der die Fähigkeit besitzt, mich auszubremsen, statt gemeinsam mit mir und mit voller Wucht gegen die Wand zu knallen.

Sucht man manchmal vielleicht genau nach diesen Gegensätzen, die einen ergänzen? 
Die einen selbst zu einem vollständigen Wesen machen?
Die wie ein Gegenpol wirken, damit die eigene 'Eigenart' besänftigt wird?
Um die eigene Unruhe aus all diesen Eigenarten in einer Waage zu halten?
Brauchen wir vielleicht jemanden, der ganz anders ist, damit er es mit dem Monster in uns aufnehmen kann? Der das Monster zähmt und bändigt?
Jemand, der auf der anderen Seite aber genug Gemeinsamkeiten besitzt, um eine gewisse Zuneigung für uns und unsere Eigenarten entwickeln kann?
Jemand der genug eigenartige Gemeinsamkeiten besitzt, um uns auf einer eigenartigen Ebene zu verstehen? 
Damit wir uns auf diese eigenartige Weise nah sein können?

Zuweilen lässt mich mein Gedankenwirrwarr zweifeln.
Zweifeln, ob möglicherweise die Gegensätze die Gemeinsamkeiten überwiegen könnten. Und wenn ja, wäre das so schlimm?
Doch wenn man nichts gemeinsam hat, was hat man dann schon im Leben des anderen verloren - außer sein Herz.
Wieviele Gegensätze braucht es, damit wir wie zwei Zahnräder perfekt ineinandergreifen und uns letzendlich nur dann nah sein können?
Und was passiert wenn zuviel Gegensätze eine unüberwindbare Blockade bilden?
Vielleicht ist die wichtigste Gemeinsamkeit nur die, dass wir den anderen mögen - mit all seinen Eigenarten und Unterschieden. Eigenarten, in denen wir uns wiedererkennen und Unterschiede, an denen wir wachsen können.

Aber: Kann man sich jemals anmaßen, dass man im Leben einer anderen Person etwas zu suchen hat?
Und wenn ja, was sucht man dort?


Kommentare:

  1. Ich erkenn mich so sehr wieder, dass es mir Angst macht.. du hast das alles wunderschön in worte verpackt!!!!!
    by the way... you are taged from me!!!

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  2. Wunderschön geschrieben, regt sehr zum Nachdenken an!

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  3. Mal wieder richtig schön geschrieben.. bringst mich wirklich zum Nachdenken.
    Liebe Grüße :)

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  4. Wunderbarer Text, der mich sofort dazu verleitet hat, dich zu abonnieren. Diese Gemeinsamkeitsfrage habe ich mir selbst auch schon oft gestellt. Sie spielen in einer Beziehung meiner Meinung nach eine große Rolle - gemeinsame Interessen und Hobbies schweißen zusammen und man hat das tolle Gefühl, von jemandem verstanden zu werden und sich mit ihm über die Dinge, die man mag, austauschen zu können.
    Natürlich ziehen sich auch Gegensätze an, aber ich bin davon überzeugt, dass man sich mit der Zeit voneinander entfernt, wenn man wirklich gar keine Gemeinsamkeiten hat. Man fühlt sich dann sicherlich einsam und es ist frustrierend, wenn sich der Partner überhaupt nicht für das interessiert, wofür man sich so begeistern kann. Natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen und das Entscheidende ist letztendlich die Chemie zwischen den zwei Menschen, Empathiefähigkeit und Feingefühl. :)

    Liebe Grüße!

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  5. Oh, ich hab soeben gesehen, dass du mich auch verfolgst! Da freue ich mich aber :)

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  6. Vielen lieben Dank! Ja, Professor Layton ist super. <3 Ich muss unbedingt weiterspielen, in den letzten Tagen hatte ich leider nur wenig Zeit dazu. ;)

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