Wie der Ming über sich hinauswuchs..

Heute ein kleiner Ausflug in das vergangene Jahr. Zu einer Zeit in der ich einfach mal über meinen Schatten gesprungen bin und wider meiner Natur einer völlig verrückten Unternehmung mit coolen aber unbekannten Menschen zustimmte.

Das Leben schreibt einfach die schönsten Momente. Man muss dem Leben nur den Stift überlassen.

März 2019: Relativ unvermittelt wurde ich in eine WhatsApp-Gruppe für die Planung eines JGAs aufgenommen. Die Trauzeugin und Schwester war engaiert und vor allem organisiert. Sie präsentierte ziemlich exakt ihre Planung, die Termine und die übrigen Überlegungen und ich zog gedanklich meinen Hut vor ihr, denn sie hatte an alles gedacht. Starten sollte das ganze als "harmloser" Wochenendausflug nach Prag. Zum einen, dass sich die Braut in Sicherheit wähnt, zum anderen, damit natürlich möglichst viele aus der Gruppe teilnehmen können. Die zweite Phase des JGAs sah vor, der Braut den Wunsch vom Las Vegas-Trip zu erfüllen. Ich las die Nachricht und weiß noch wie gestern, dass ich mir dachte: Die spinnen ja völlig...aber irgendwie klingt das auch spannend. Die Sache lies mich auch nicht mehr los, sodass ich am Abend das Gespräch mit dem Kerl suchte. "Weißt du was die planen? Das ist doch völlig verrückt. Wäre das sehr durchgeknallt, wenn ich da vielleicht mitfliege?..Ich kenn die ja auch gar nicht so gut..aber vielleicht ist es trotzdem cool?...Und eigentlich..wenn nicht jetzt, wann dann?"  Der Kerl unterstütze meine wahnwitzige Idee, machte mir Mut und auch das Thema Urlaub war schnell geklärt. So wurde ich also Teil der Vegas-Crew.



Es gingen ein paar Monate ins Land und hier und da erntete ich kritische Blicke, wenn ich von den geheimen Plänen erzählte. Immer wieder sagte ich mir vor, dass es ok ist, auch mal etwas außerplanmäßiges zu machen, dass ich ungebunden und frei bin, dass ich die Zeit und das Geld habe und dass es am Ende meine eigene Entscheidung bleibt. Ja, in dieser Zeit suchten mich häufig die Zweifel heim. Ich hinterfragte immer wieder meine Entscheidung, grübelte darüber nach und ertappte mich dabei, wie ich beinahe in das alte Muster verfiel, die Sache doch einfach abzublasen. Doch der Tag kam an dem die Flüge fix gebucht  wurden und somit kam auch Kneifen nicht mehr in Frage.

In all der Zeit fuhr ich fast jeden Tag gemeinsam mit der Braut zur Arbeit, musste das Geheimnis des JGAs und der Planung drumherum bewahren, denn natürlich sollte alles eine ganz, ganz große Überraschung werden. Mit aufgesetzten Pokerface erzählte ich vom Wochenende und dem Konzert, dass ich besuchen würde. Musste ein klein bisschen in mich hineinschmunzeln als wir darüber sprachen, dass wir mit den Fahrrädern in der nächsten Woche vielleicht zur Werkstatt fahren würden, obgleich ich wusste, dass wir das sicherlich nicht tun werden. Endlich war der Moment da und die die Braut wurde - für sie völlig unerwartet - Freitag Mittag von einer lustigen Horde aus dem Büro entführt. Es wurde angestoßen und mit einer halben Träne im Auge teilte ich mit, dass ich leider nicht mitkommen kann, aber ich ihr einen ganz feines Wochenende wünsche. So vergingen nochmal endlos lange 1,5 Tage, ehe mich der Kerl Sonntag Früh  zu einer leicht abgeranzten Tankstelle kurz vor München brachte. Dort sollte der Treffpunkt für die kleine Vegas-Crew sein. Das "Braut-Auto" besetzt mit einer Braut mit verbundenen Augen und zwei Trauzeugen rollte an und wir positionierten uns für den großen Überraschungsmoment.

Was soll ich sagen...die Überraschung ist geglückt, viele Freudentränen wurden verdrückt, Menschen gedrückt und insgesamt war es einfach ein wahnsinnig aufregender und emotionaler Moment. Ein Moment in dem ich spürte, dass ich hier gerade genau richtig bin und gleich ein unvergesslicher Trip beginnen würde.

Ein bisschen mehr von den Erlebnissen in USA erzähle ich euch gerne ein andermal.

Heute wollte ich mir selbst nochmal vor Augen führen, dass ich über mich hinauswachsen kann, dass es gut ist, sich auch mal einer spontanen Idee hinzuegeben, dass gemeinsame Erlebnisse eine Freundschaft auf wunderbare Art und Weise vertiefen können und dass es richtig ist, sich auch mal zu etwas unkonventionellen zu überwinden. Es erforderte Mut, sich über all die kritischen und skeptischen Blicke hinwegzusetzen, doch letztlich hat sich das alles so sehr gelohnt. Ich habe die Chance ergriffen, Las Vergas zu sehen und ich weiß noch, wie ich damals bei mir dachte: "Wer weiß ob so eine Möglichkeit wieder kommt. Wer weiß, was nächstes Jahr um diese Zeit vielleicht sein könnte."

Als Fremde gingen wir in München an Bord, mit neuen fabehlaften Freunden bin ich am Ende der Woche zurückgekehrt. Stolz darauf, dass ich über meinen Schatten gesprungen bin und nicht gekniffen hab. Glücklich, weil ich innerhalb dieser kurzen Zeit so unendlich viele und schöne Erinnerungsmomente in mein Herz schließen konnte.

Wie stehts mit euch, schon mal etwas verrücktes unternommen, wo ihr von Menschen aus dem Umfeld kritische Blicke geerntet habt? 
Fällt es euch leicht über euren Schatten zu springen? 
Würdet ihr an so einer Reise teilnehmen, auch wenn ihr die Teilnehmer kaum kennt?
Würde es euch leicht fallen, ein solches Geheimnis zu bewahren?

Kommentare:

  1. ich weiß so ganz genau was du meinst und das sind glaube ich die erlebnisse, an die man bis zum ende immer wieder mit ganz viel freude im herzen zurückdenkt. ich find es so toll, dass du es gemacht hast. dein leben, dein bankkonto, deine erinnerungen :)

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    1. Hach, danke dir <3
      Erinnert mich auch bissle an den Moment, damals, als alle zum Bloggertreffen abgesagt haben und wir uns dann kurzerhand doch alleine im Irish getroffen haben :*

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  2. Meine Liebe,
    da fällt mir sofort der Spruch "Das Glück ist mit den Mutigen" ein. Ich bewundere dich für deinen Mut, dich mit "einer Horde Fremder" auf diesen Urlaub einzulassen - dein Bauchgefühl hatte von Anfang an recht und wie du oben schon geschrieben hast, hast du gespürt, dass du zur richtigen Zeit am richtigen Ort warst und das mit Vegas mit dem JGA einfach so sein sollte. <3
    Mutig bin ich von Zeit zu Zeit auch, aber bezüglich "Urlaub" habe ich mich das noch nicht getraut. Alleine verreisen - ja, oft. Mit Fremden verreisen - bislang nicht. Daher Chapeau!
    Das mutigste, was ich zuletzt getan habe, war, mich mit einem Instagram-Kontakt aus der Hauptstadt spontan auf der Durchreise im schönen Bamberg treffen. Auch hier lag mein Bauchgefühl richtig - es hat einfach gepasst. Ein Hoch auf die Intuition!!! <3
    Alles Liebe für dich und ich freue mich auf die Vegas-Erzählungen. :-)

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    1. Ohhh, wie schön mal wieder von dir zu lesen <3

      Also ich finde auch alleine verreisen sehr mutig, das ist etwas was ich bisher eher nicht gemacht habe <3

      Aber das mit dem Treffen klingt auch super. Das muss man dann einfach machen und darüber lernt man ja wirklich die tollsten Menschen kennen. Da habe ich ja auch schon meine Erfahrungen gemacht :)

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