Die X-Akten...

...und die Präsenz der Vergangenheit.


Kürzlich habe ich mir Gedanken dazu gemacht, dass es schon verrückt ist , wieviel Einfluss die Vergangenheit auf unsere Gegenwart haben kann. Wie sie uns täglich und auch in Zukunft begleitet.
Ein Satz, ein Wort, eine Situation, ein Lied - und wieder ist es passiert und ich bin für einen Moment aus dem Takt geraten.


Denn die Vergangenheit beeinflusst, wie wir uns in der Gegenwart verhalten und wer wir in Zukunft werden könnten. Denn aus der Vergangenheit nimmt man schließlich immer ein Stückchen Erfahrung mit in die Gegenwart. Und ob nun gut oder schlecht, kann man an der Vergangenheit festmachen, wie man sein will und wie man sein kann. Entwickelt man unbewusst viel zu schnell ein Verhaltensmuster im Bezug auf Personen für die wir uns entscheiden. Ein Verhaltensmuster, wie wir gerne wären? Ein Verhaltensmuster, aus Dingen die sich bewährt haben und Dingen, die wir gerne hinter uns lassen wollen?
Aber selbst wenn wir uns von einer Person getrennt haben, machen wir je mit den alten Erinnerungen Schluss, die wir mit dieser Person verknüpfen? Legen sie sich nicht zuweilen neben uns ins Bett, legen den Arm um uns, geben uns für einen kurzen Moment, für einen Herzschlag lang - nur gedanklich - das Gefühl dieser Geborgenheit zurück?
Und einmal aus dem Takt gebracht, stellt sich da nicht viel zu oft die Frage: Will ich zurück gehen? Wirst du zurück gehen? Zurück in die Vergangenheit? Zurück in das Altbekannte? Zurück in die gewohnte Umgebung? Weil es einfacher ist, einen Schritt zurück zu machen, als zwei nach vorne?
Doch andererseits - es gab doch einen Grund warum sich unsere Wege getrennt haben, oder? Wollten wir nicht einst, alles füreinander sein und alles miteinander teilen? Wollten wir nicht den Schritt von der Gegenwart in die Zukunft machen, bis wir ernüchternd feststellten, dass wir miteinander nicht kompatibel sind? Dass es nicht funktionierte, was wir beide so sehr wollten und so sehr hofften? Dass wir uns nicht in die Zukunft retten konnten und wir beide nun Vergangenheit sind?

Auch, wenn du mich zuweilen aus dem Takt bringst und deine Fangarme aus der Vergangenheit um mich schlingen möchtest, ist es da nicht manchmal besser, hinter Worte und Taten einfach einen riesengroßen Punkt zu machen. Punkt. Aus und vorbei. Die Vergangenheit ruhen lassen. Ein Kapitel zuzuschlagen um Platz zu machen für etwas Neues. Für die Gegenwart und die Zukunft. Platz zu machen, für neue Erinnerungen und neue Situationen. Neue schöne Momente und die Möglichkeit, die wir einräumen, damit uns andere Menschen auf ihre ganz eigene Art und Weise aus dem Takt bringen.
Und auch wenn ich mich zuweilen wie ein Fragezeichen fühle, gibt es da nicht immer noch diese Menschen, die es eindeutig wert sind, sie genauer zu betrachten, um schließlich festzustellen, dass sie mehr als nur einen Punkt verdient haben, nämlich zwei große Ausrufezeichen !! ?


Manchmal erfordert Loslassen mehr Mut, als das Festhalten an falschen Hoffnungen!
Aber: Das ist es eindeutig wert!

Kommentare:

  1. Halten wir nicht alle fest???

    (Ist schon wahnsinn... ich weiss genau was du da schreibst und ich lasse bis heute nicht los...)

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  2. Festhalten ist das dümmste was ein Mensch in so einem Fall tun kann. Und dennoch tun wir es ja doch. Weil wir nicht los lassen können... und ich glaube, gerade wir Weibchen sind diejenigen die es nur schwer schaffen, etwas gehen zu lassen, was uns lieb und wichtig war...

    Ich kann es so sehr fühlen was du da geschrieben hast. Es ist so voll Gefühl, aber doch auch ein wenig an Verzweiflung?!
    Aber solche Gedanken müssen raus, ehe sie einen auffressen.

    Alles Liebe, Angela

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