Ich will nicht aufgeben, wenn DU der Gewinn bist!

Brecht hat einstmals gesagt: "Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren."

Obwohl das Zitat uralt ist und man es wohl fast bei jeder Gelegenheit zu hören, bekommt, finde ich es dennoch ziemlich ehrlich und treffend..
Also habe ich neulich über Kämpfen und Verlieren nachgedacht und als ich so auf dem Bett liege und meinen Gedanken freien Lauf lasse, beschert mir mein iTunes diese Liedzeile:

I was too weak to give in
Too strong to lose



Aufgeben. Wer will schon gerne aufgeben. Ist ja schließlich ein Zeichen von Schwäche irgendwie. Zumindest ist dieser Gedanke in unserer Gesellschaft ziemlich verankert.
Die Entscheidung ob Kämpfen oder Aufgeben ist eigentlich keine richtige Entscheidung. Denn eigentlich zeigt uns das Herz ganz unbewusst, in welche Richtung wir gehen wollen.


Ich verlor meine Gedanken in der Vergangenheit, und einstmals gab es da diesen großen Kampf. In den ich all mein vorhandenes Herzblut gesteckt habe. Ein Kampf der vielleicht von vornherein schon verloren war.

Damals. 
               Für dich.
                                   Mit Herzblut. 
                                                                 Aus Liebe.
 Als ich versucht habe mit Erinnerungsstücken dich an alte Tage zu erinnern. An diese schönen Stunden. Diese Momente. Unsere Tage eben.Sorgfältig aufgerollte Zettel mit unseren Momenten. Wie ein Topf voller Glückslose. Du hast dich aber nicht beirren lassen, hast dich festgelegt und dagegen entschieden. Hast die alten Erinnerungsstücke einfach zurück in die Kiste gepackt, in die ich mein Herzblut und unsere gemeinsame Erinnerung gesteckt hatte. Hast diese Kiste einfach geschlossen und verschlossen. So wie dein Herz fortan für mich verschlossen war. Und dennoch  fiel es mir so unglaublich schwer dich einfach gehen zu lassen und unsere gemeinsame Vergangenheit ruhen zu lassen. Ich wollte noch ein bisschen kämpfen, noch ein bisschen mehr an diesem Kampf leiden. Noch ein bisschen mehr zerbrechen, bis ich die Erkenntnis annehmen konnte, das ich verloren habe.
Schließlich konnte ich einsehen, dass dieser Kampf, sich nicht zu kämpfen lohnt. Viel mehr sogar, dass dieser Kampf unkämpfbar ist. Dass es egal ist, was ich noch alles auf den Tisch bringe, es wird sich nichts ändern an deiner Entscheidung. Und irgendwann fühlte ich mich einfach zu schwach, um noch weiteres Herzblut zu vergießen. 

Seit diesem einen großen Kampf hat sich einiges verändert. Ich habe mich verändert.
Mir ist bewusst - ich hätte es mir nie verzeihen können, wenn ich nicht für dich und für diese Liebe gekämpft hätte. Aber irgendwann muss man auch einsehen, wenn ein Kampf verloren ist. Und vielleicht ist es auch so, dass es manchmal viel mehr Stärke erfordert sich einzugestehen, dass man aufgeben muss. Dass man Loslassen muss und ein Kapitel vorbei ist.

Mittlerweile habe ich den Eindruck, viel zu schnell diesen Punkt zu erreichen. Der Punkt an dem ich mir denke, dass mir der Elan fehlt, dass die Kraft fehlt - noch irgendetwas zu tun, sich für eine Sache oder für eine Person stark zu machen. Sich einem Kampf hinzugeben. Denn zuweilen denke ich dann viel eher: "Egal was ich tue, es ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Egal was ich tue, es wird doch ohnehin nichts ändern! Egal, was ich tue, ich habe bereits verloren. Egal was ich tue,..." (...soll ich mich noch weiter erniedrigen?) Egal was - es langweilt mich irgendwie...Warum sich noch einsetzen, wenn keiner es je zu würdigen wüsste?

Mehr denn je bin ich mal wieder ziemlich verwirrt und stelle mich diesen Fragen.
Für was lohnt es sich zu kämpfen? Wann entscheide ich mich dafür, dass ein Kampf noch nicht ausgefochten ist? Und wann entscheide ich, dass ein Kampf vorbei ist, dass genug Herzblut geflossen ist und ich verloren habe? Bist DU es wert, dass ich um dich kämpfe?
Schlussendlich muss man wohl einfach seinem Herz folgen und auf sein Herz hören, auch wenn der Kopf nur allzu gerne sagt: "Logisch und nüchtern betrachtet macht das alles ziemlich wenig Sinn!" Aber wann ist schon irgendetwas logisch? Und wie sollte man auch überhaupt einen Kampf logisch kämpfen? Vielleicht muss man fallen, ehe man begreifen kann, das eine Sache Verloren ist? Und letztendlich erreicht man so zumindest den Gefühlszustand - ich habe alles gegeben!

Liebes Herz, gib dich also bitte weiter diesem Kämpfen hin. Auch wenn es noch so aussichtslos erscheint.
Der Weg ist das Ziel, Kämpfen kann sich lohnen, auch wenn wir letztendlich mal verlieren. Auch wenn wir fallen und es weh tut - Möchtest du dir wirklich später irgendwann sagen müssen, vielleicht hätte ich doch noch...........?! Denn aus den verlorenen Kämpfen, werden wir wie der Phönix aus der Asche hervor steigen und stärker denn je und mit neuer Kraft zurück kehren.
Denn selbst aus dem aussichtslosestem Kampf können wir irgendwann (ob logisch oder nicht) vielleicht als Gewinner hervorgehen. Selbst wenn nicht, ist uns zumindest die Gewissheit sicher - ich habe nicht aufgegeben, ich habe alles mir Mögliche getan und für dich und für uns gegeben.

...Denn die Hoffnung bleibt, dass eines Tages alles gut sein wird!

Kommentare:

  1. Ich kenne diesen Kampf nur zu gut! Es ist aussichtslos... und trotzdem kämpfe ich seit mittlerweile fast 3 Jahren und will und kann noch immer nicht aufgeben, mir nicht eingestehen, dass es genug ist... Ich muss kämpfen... es drängt mich... es zwingt mich... Der Kampf ist wie eine Sucht...

    Im übrigen bin ich sehr froh, dass du NICHT den Satz gewählt hast "Die Hoffnung stirbt zuletzt..." Findest Du den Fehler??? Richtig, am Ende stirbt sie doch... in Deinem Satz bleibt sie bestehen :-)

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  2. Meine Liebe, erstmal ganz großes SORRY, dass ich mich jetzt erst deinem Post widme.
    Ich kann so gut nachvollziehen was da in dir vorgeht. Gerade wenn es um eine Herzensangelegenheit geht. Aus eigener Erfahrung weiß ich leider, dass das Herz nie so schnell will, wie vielleicht der Kopf mit dem Verstand.
    Ich wünschte ich hätte einen guten Rat für dich. Aber ich glaube, dass gerade hier die Frauenwelt auch noch in 100 Jahren an solchen Dingen verzweifeln werden.
    Dennoch hoffe ich für dich, dass du irgendwann die Kraft dafür hast, dass du abschließen kannst.

    Fühl dich ganz fest gedrückt von mir. <3

    P.S.: deinen aktuellen Post, werde ich mir bald durchlesen :)

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  3. ich kenne all diese gedanken aus andrer perspektive und wünsche dir kraft-kämpfe für dich.

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  4. danke für deinen lieben kommentar auf meinem blog....ganz ehrlich:deine texte und beiträge hier...die gehen mir brutal unter die haut....

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  5. wow, ausdrucksvolles Foto!
    Ich folge dir! Vllt hast du ja Lust vorbeizuschauen :*
    http://papillonfully.blogspot.de/

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