Von rhetorischen Fragen.

Gilmore Girls: Staffel 5, Folge 18 - Der Traum vom Haus
Letzte Szene: Rory liegt völlig fertig im Badezimmer auf Lorelei's Schoß, heult sich die Seele aus dem Leib und frägt sich:
Warum hat er mich nicht gern?
Eine Frage, die einfach und nachvollziehbar gestellt ist. Leicht verständlich, ohne besonders schwere Worte. Kurz, prägnant und auf den Punkt gebracht.
Und trotzdem ist es um so schwerer eine passende Antwort auf diese Frage zu finden.
Damit verbunden sind viele weitere Fragen, mit denen man den Hintergrund aufdecken möchte
Was habe ich getan? Was habe ich falsch gemacht? Was könnte ich besser machen? Wie kann ich ihn beeindrucken? Was gefällt ihm an mir nicht?
Die Liste könnte wohl noch endlos fortgesetzt werden.

Aber warum kommt es zu Situationen, in denen wir genau diese Frage stellen wollen?
Tja, weil das Leben eben nicht so einfach ist. Es ist eben nicht wie in der Grundschule, wenn einen die Lehrer in Pärchen aufteilen, damit man am Wandertag einen Sitzplatz-Partner im Bus hat und den ganzen Tag über nur in Zweier-Reihen läuft.
Man möchte fragen, aber die Frage ist - Möchte man wirklich eine Antwort auf eine solche Frage erhalten? Und trotzdem kämpft meine Kopf immer wieder mit dem Gedanken und meine Gedanken kreisen immer weiter um die Frage in meinem Kopf. Warum hat er mich nicht gern?
Eine Antwort kann mir keiner geben, denn mit gern haben und nicht gern haben ist es weit komplizierter als sich für eine Lieblinsgsfarbe oder ein Essen zu entscheiden.
Das Gefühl passt nicht, deshalb habe ich dich nicht gern.
Ich komme mit deiner Art nicht klar, deshalb habe ich dich nicht gern.
Du hast komische Macken, deshalb habe ich dich nicht gern.
Das sind die Antworten die möglicherweise fallen könnten, die aber - einmal ausgesprochen - so sind wie sie sind. Nicht veränderbar. Fest. Unwiderruflich. Eine Tatsache. Denn was kann man schon gegen Gefühle tun?
Genauso wenig, wie ich das vorhandene Gefühl abschalte, kann ein anderer das nicht-vorhandene Gefühl einschalten. Wir sind gefangen und Sklaven unserer eigenen Gefühle.
Also bleibt es eine Frage, die man in Anwesenheit eines Badteppichs stellt, aber nicht im Kreise der Öffentlichkeit und vor allem nicht ihm, oder?

Daher möchte ich mich zuweilen gerne wie Rory Gilmore auf den Badteppich legen, weinen und mich dieser rhetorischen Frage widmen, warum oder warum nicht mich jemand gern hat.
Auch wenn ich schlussendlich auf kein Ergebnis komme, können solche Badteppich-Besuche manchmal unglaublich erleichternd sein.

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