Montag, 27. Mai 2013

Im Gegensatz zu dir...

… bin ich doch ganz anders!


In der Physik wird uns beigebracht "Gegensätze ziehen sich an!".
Ein Pluspol und ein Minuspol ziehen sich also an, wohingegen sich gleichnamige Pole abstoßen.

Im Gegensatz dazu gibt es das Sprichwort: "Gleich und gleich gesellt sich gern!"

Wo also liegt das ausgewogene Maß zwischen diesen beiden Aussagen - denn wahr sind sie beide - irgendwie.. Warum gibt es physikalisch gesehen, kein Maß dafür, um zu erkennen wie viele Unterschiede und Gegensätze wir brauchen, damit wir uns - wie magisch - anziehen. Und warum umgeben wir uns auf der anderen Seite so gerne mit Menschen, die uns ähnlich sind und unsere Eigenarten teilen?

Viel zu oft gerate ich in diesen Gedankenstrudel aus all diesen Gegensätzen die uns beide ausmachen. So vieles worin wir uns so sehr unterscheiden, dass ich manchmal die Angst bekomme, es könnte dazu führen sich voneinander zu entfernen.

Vielleicht bin ich das Feuer und du bist das Wasser? Spielst du gerne mit dem Feuer und brauche ich vielleicht manchmal einen Dämpfer - ein bisschen kaltes Wasser, um wieder klar zu denken?
Was ist, wenn du gern redest und ich viel lieber schweig? Aber ich nur deswegen schweige, weil ich so gern an deinen Lippen hänge?
Vielleicht bist du die Nacht und ich bin der Tag. Und eigentlich ergänzen sich die beiden perfekt.
Was ist, wenn die Spontanität die Planwütigkeit besiegt, oder ist es genau das, was den Reiz ausmacht? Vielleicht brauche ich ab und an ein wenig Chaos, dass ich ein bisschen ordnen kann?
Vielleicht brauche ich manchmal jemanden, der die Fähigkeit besitzt, mich auszubremsen, statt gemeinsam mit mir und mit voller Wucht gegen die Wand zu knallen.

Sucht man manchmal vielleicht genau nach diesen Gegensätzen, die einen ergänzen? 
Die einen selbst zu einem vollständigen Wesen machen?
Die wie ein Gegenpol wirken, damit die eigene 'Eigenart' besänftigt wird?
Um die eigene Unruhe aus all diesen Eigenarten in einer Waage zu halten?
Brauchen wir vielleicht jemanden, der ganz anders ist, damit er es mit dem Monster in uns aufnehmen kann? Der das Monster zähmt und bändigt?
Jemand, der auf der anderen Seite aber genug Gemeinsamkeiten besitzt, um eine gewisse Zuneigung für uns und unsere Eigenarten entwickeln kann?
Jemand der genug eigenartige Gemeinsamkeiten besitzt, um uns auf einer eigenartigen Ebene zu verstehen? 
Damit wir uns auf diese eigenartige Weise nah sein können?

Zuweilen lässt mich mein Gedankenwirrwarr zweifeln.
Zweifeln, ob möglicherweise die Gegensätze die Gemeinsamkeiten überwiegen könnten. Und wenn ja, wäre das so schlimm?
Doch wenn man nichts gemeinsam hat, was hat man dann schon im Leben des anderen verloren - außer sein Herz.
Wieviele Gegensätze braucht es, damit wir wie zwei Zahnräder perfekt ineinandergreifen und uns letzendlich nur dann nah sein können?
Und was passiert wenn zuviel Gegensätze eine unüberwindbare Blockade bilden?
Vielleicht ist die wichtigste Gemeinsamkeit nur die, dass wir den anderen mögen - mit all seinen Eigenarten und Unterschieden. Eigenarten, in denen wir uns wiedererkennen und Unterschiede, an denen wir wachsen können.

Aber: Kann man sich jemals anmaßen, dass man im Leben einer anderen Person etwas zu suchen hat?
Und wenn ja, was sucht man dort?

Donnerstag, 16. Mai 2013

Soil: I lost my soul


Heute gibt es - zur Abwechslung mal - etwas völlig anderes. Ich habe mich mal wieder dazu hinreißen lassen, euch heute einen Gastbeitrag zu präsentieren.
Aus der Feder von Soil (es handelt sich nicht um die Band.) - und wie ich finde - wunderschön. 




I lost my soul

I lost my soul, somewhere
between your loving arms
and this cold outside
I lost my heart, somewhere
Inside your big blue eyes
Where is my faith
In god above
When we make love
I loose control
Where is my will
When I say "yes" but i mean "no"
Where is my soul?
You got me on a string
Yes, I lost my selfcontrol
Neither I can live without you
Nor without my soul
I'm drowning here
In this onewaystreet of
Superficiality
Time's running through my fingers
I can't stand this apathy
And I start to wonder
If it's you that I need
Oh, please don't leave me here and now
Because you're all that I've got
And you,
You got my soul
Though
There is nothing that would keep me
from laying you down to rest
Except the fact (that)
My heart beats in your chest
Yes, I found my soul
Somewhere inside your big blue eyes
I've got it all
Because I took it back by force
With every single tear you cried
But I guess it is allright
I was the one
Who whiped them all away for years
And now that you're gone
I'm going to be OK
I'm OK
I guess I'm not
I still miss you a lot

Ich verlor meine Seele
Ich verlor meine Seele, irgendwo
Zwischen deinen liebenden Armen
Und dieser Kälte da draußen
Ich verlor mein Herz, irgendwo
In deinen großen blauen Augen
Wo ist mein Glaube in Gott hin
Wenn wir Liebe machen
Verliere ich die Kontrolle
Wo ist mein Wille hin,
Wenn ich "Ja" sage,
Aber eigentlich "Nein" meine
Du hast mich am Haken
Ich hab meine Selbstkontrolle verloren
Ich kann weder mit dir,
noch ohne dich leben.
Ich versinke in dieser Einbahnstraße
aus Oberflächlichkeiten.
Die Zeit rinnt mir durch die Finger
Ich kann diese Teilnahmslosigkeit nicht ertragen.
Und beginne mich zu fragen,
Ob du diejenige bist, die ich brauch.
Oh bitte verlass mich hier jetzt nicht,
denn du bist alles was ich habe
und du
du hast meine Seele.
Dennoch
Es gibt nichts, das mich aufhalten könnte,
Dich in Frieden ruhen zu lassen,
Außer dem Fakt,
dass mein Herz in deiner Brust schlägt.
Ich habe meine Seele gefunden.
Sie lag in deinen großen blauen Augen.
Ich habe alles bekommen.
Weil ich sie mir mit jeder Träne,
die du vergossen hast, gewaltsam nahm.
Aber ich denke das ist in Ordung
Weil ich derjenige war
Der sie all die Jahre weggewischt hat.
Und jetzt wo du weg bist, geht es mir gut.
Ja, es geht mir gut.
Vielleicht auch nicht,
weil ich dich immernoch vermisse.


Ich hoffe, der Text hat euch gefallen. Und wer weiß, vielleicht kann ich euch mal wieder etwas von Soil präsentieren.
Liebst,
Eure FrauHeldin

Samstag, 11. Mai 2013

Angst - ist doch auch nur ein Gefühl.

Diese verdammte Angst.
Sie kommt in Schüben. 
Unregelmäßig und doch so, 
dass sie dauerhaft in meinem Innersten präsent ist. 
Trotz allem - Ausgewogen, da jeder Gedanke behaftet ist. 
Sie breitet sich aus, in mir drin. 
In meinem Körper. In meinem Kopf. 
Umarmt mich sanft und hüllt mich ganz und gar in sich ein.


Angst.
Angst, das ist doch auch nur ein Gefühl.
Angst, das ist doch das, was man als Kind immer hatte.
Vor den Monstern unter dem Bett.
Vor der bedrückenden Dunkelheit eines Kellers.
Vor diesem düsteren Schatten in der Dämmerung - aus Angst dieses dunkle, schwarze Loch könnte einen im nächsten Moment verschlucken.

Dann wird man erwachsen, mit den Monstern unter dem Bett schließt man Freundschaft. Für die bedrückende Dunkelheit eines Kellers gibt es einen Lichtschalter. Über düstere Schatten und schwarze Löcher schreitet man mit großen Schritten hinweg.
Und doch bleibt etwas zurück.
Angst. Angst, die man doch als Erwachsener gar nicht mehr hat, oder?
Dennoch..ist sie da. Sie ist herangereift, über all die Jahre. Gewachsen und schließlich größer geworden als ich selbst. Denn auch die Angst ist nun erwachsen geworden und nun sehr viel bedrückender, als sie es jemals war.
Ja, auch als Erwachsener hat man noch Angst. Die Monster unter dem Bett haben nämlich nun ganz andere Formen angenommen. Unter dem Bett tobt ein richtiger Krieg.

Die Angst vor der Zukunft kämpft gegen die Angst vor dem Moment.
Die Angst, das was ich tue, könnte nicht genügen kämpft gegen die Angst, was ich tue, könnte zuviel sein.
Die Angst, eine Entscheidung zu treffen kämpft gegen die Angst, die getroffene Entscheidung könnte schlussendlich falsch sein.
Die Angst, verschlossen zu sein kämpft gegen die Angst, etwas preiszugeben.
Die Angst, jemand könnte mich gern haben kämpft gegen die Angst, jemand könnte mich nicht gerne haben.
Die Angst davor, unter Menschen zu sein känpft gegen die Angst, alleine zu sein.
Die Angst Ehrlich zu sein, kämpft gegen die Angst, besser zu Lügen. 
Und die Angst, diese Lüge könnte auffliegen, feuert den Kampf still und leise an.
Die Angst davor seinen eigenen Weg zu gehen, kämpft gegen die Angst, dort könnten zuviele Steine liegen.
Die Angst ich selbst zu sein (mit all meinen Fehlern) kämpft gegen die Angst, mich für jemand anderes zu verbiegen.
Die Angst zuviel zu fühlen, kämpft gegen die Angst irgendwann nichts mehr zu fühlen.
Die Gedanken kämpfen in meinem Kopf.
Der Zweifel kämpft gegen den Glaube an das Gute im Menschen. Die Angst, beide Gefühle könnten ein Irrtum sein ist Schiedrsrichter.
Die Angst glücklich zu sein, kämpft gegen die Angst von tiefer Traurigkeit. Und ich selbst verliere mich irgendwo dazwischen und die Angst keimt auf, du könntest diese Stimmungsschwankungen eines Tages bemerken.  
Die Angst, wir beide könnten nicht zusammen passen kämpft gegen die Angst wir könnten zu gut zusammen passen. Und der stille Beobachter, die Angst, wir hätten im Leben des anderen nichts verloren, steht traurig in der Ecke und weint.

Und DU. Du bist der Herrscher über diese Armee der Ängste. Und damit die allergrößte Angst. Denn ich habe unendliche Angst dir nahe zu sein, dich zu weit in mein Leben zu lassen und gleichzeitig Angst davor, zuviel Distanz zu bewahren. Distanz, die das Ende bedeuten könnte. Ich habe Angst mich zu verlaufen und verloren zu gehen und gleichzeitig Angst ich könnte den Sprung verpassen, mich fallen zu lassen. 
Ich laufe zu dir, dem Herrscher der Ängste - in der Hoffnung alle Ängste abzuschütteln und ja - für einen winzigen Moment, einen kurzen Augenblick - in deinen schützenden Armen, ist die Angst ein bisschen kleiner. Doch danach wird sie noch größer als je zuvor. 

Je länger man davon läuft, desto größer und schneller werden die Ängste, sie fangen dich ein, sperren dich in einen Käfig und bescheren dir unendliches Leid, Kopfzerbrechen und Dunkelheit.
Tja, wie das so ist bei einem Kampf - einer großen Schlacht - man muss sich seinen Ängsten stellen! Sie annehmen und akzeptieren, einige werden verschwinden, wenn man ihnen tief in die Augen blickt. Und man wird lernen, mit den anderen zu leben. Und über manche wird man einfach mit einem großen Satz hinweghüpfen müssen, so wie man zuweilen über seinen eigenen Schatten springen muss.


Fazit:
Als Kind erscheint die Angst relativ präzise. Einfach gestrickt. Eindeutig. Die Ängste eines Kindes eben.
Doch später, wird sie groß...umfangreicher...ausgeprägter!
Die Angst, jemanden der einem nahe steht, den man liebt, den man gern hat, den man braucht, könnte man verlieren ist wohl die größte und weitverbreitetste Angst. Die Angst die sich wie ein roter Faden durch das Leben von jedem von uns zieht. Sie ist der unbesiegbare General in der Schlacht der Ängste, doch gleichzeitig ist dieser General ein Kamerad.
Ein Kamerad, der uns immer wieder darauf hinweist, wie kostbar das Leben ist.

Also - trotz aller Ängste - und nach diesen endlosen Gedanken über Ängste, will ich euch sagen:

Haltet den Augenblick fest und kostet jede schöne Minute mit lieben Menschen aus.
Und ja - manchmal muss man der Angst ins Auge sehen - ihr ins Gesicht lachen und einfach vorwärts gehen auch wenn man glaubt die Angst und die Schlacht drumherum wäre nicht besiegbar.


Danke, für eure rege Beteiligung. Das hat mir viel bedeutet!