Sei eine (richtige) Schwangere.

Unlängst* ging ein interessantes Video von Cynthia Nixon viral, in dem es daraum geht, was man als Frau alles sein soll.
* Das Wort "Unlängst" habe ich mir schon lange bei meiner lieben Freundin Paleica abgeschaut. Wenn ich es benutze, denke ich automatisch an sie und ihre schönen Worte.
Auch in der Schwangerschaft haben mich ähnliche "Do's & Don't's", viele Mythen und Aberglaube, zahlreiche Ratschläge und Vorgaben, an die man sich halten soll, erreicht. Natürlich sind da sehr viele Dinge dabei, die definitiv sinnvoll sind, die auch wissenschaftlich erwiesen sind. Ansatzpunkte, bei denen es Sinn macht darauf zu achten. In den letzten Wochen, habe ich immer wieder ein bisschen was davon aufgeschrieben und in der Summe verbleibt einfach eine ganze Menge von Dingen die man "nicht darf"! Und gleich vorweg - es mag ein wenig überspitzt dargetsellt sein..aber es musste auch mal raus.


Darfst du nicht! Sollst du nicht!
Pass auf! Achte auf dich! Iss gesund!
Du kannst doch jetzt kein Fast Food essen.
Bewege dich! Aber übertreib es nicht!
Schwangerschaft ist keine Krankheit!
Hüpfe nicht! Kauf nichts zu früh! Sei aber bereit!
Erzähl keinem, davon. Erzähle allen davon.
Steh dazu. Sei offen und ehrlich.
Iss nichts mit Rohmilch, keine Salami.
Verzichte auf Kaffee.

Freu dich auf das Baby. Genieß deine Schwangerschaft.
Bleib du selbst. Bleib eigenständig, auch wenn du eine Mutter wirst.
Sei aber keine Rabenmutter.
Färb dir nicht die Haare. Nimm das Bauchnabelpiercing raus.
Nimm keine Medikamente.
Überleg dir wann du wieder arbeiten gehst.
Bleib zuhause bei deinem Baby.
Geh wieder arbeiten. Vergiss deine Karriere nicht.
Wie, du bleibst keine drei Jahre zuhause?
Wie, du bleibst drei Jahre zuhause?
Wann geht die Kita los? So früh? So spät?
Welcher Zeitpunkt ist überhaupt richtig?

Trink nicht, rauche nicht!
Das braucht man nicht. Das braucht man doch.
Kauf den Windeleimer und die Babywanne.
Wie, das hast du noch nicht gekauft.
Entspann dich. Sei nicht nervös.
Und alles was dich entspannt ist bestimmt sowieso schlecht für dich.
Denn Sauna und Whirlpool sollte man nicht machen.
Sei nervös. Du wirst dich umschauen.
Kauf dir kein belegtes Brötchen beim Bäcker.
Iss kein Steak, kein Sushi.
Lass alles lieber doppelt durchkochen.

Du sollst nicht baden und am besten auch nicht heiß duschen.
Verzichte auf Urlaub, auf Wellness, auf dein Leben.
Lieg nicht auf dem Rücken.
Lieg nicht zu viel rum, ein bisschen Bewegung wäre gut für dich.
Unternimm nicht so viel, sonst kommt dein Baby gestresst auf die Welt.
Reib dir den Bauch mit Öl ein. Du wirst trotzdem Streifen bekommen.
Iss fleißig und nimm zu, denn du isst jetzt für Zwei.
Iss nicht für zwei, iss normal. Wie du hast noch nicht zugenommen?
Sei verantwortlich für dich. Sei verantwortlich für dein Baby.

Bereite das Zimmer vor, aber ja nicht zu früh.
Wände zu streichen ist schlecht für dich.
Renovieren solltest du aber nicht.
Du sollst nicht schwer heben und dich nicht überanstrengen.
Egal was du hochhebst, es ist auf jeden Fall zu schwer für dich.
Wie sieht's denn hier aus? Hast du den Haushalt vernachlässigt?

Frag Google und verzweifel daran.
Hast du die Hebamme schon ausgesucht?
Wo wirst du entbinden?
Warum weißt du das nicht? Weißt du überhaupt irgendwas?
Organisiere alles. Hab alles parat.
Sei bereit, auch wenn du noch Zeit hast.
Darfst du nicht! Sollst du nicht!
Sei eine richtige Schwangere.

Wie eingangs erwähnt, hier sind einige Dinge genannt, die wirklich, wirklich sinnvoll sind. Aber immer wieder sind gut gemeinte Ratschläge dabei, die mir etwas überzogen erscheinen. Oftmals führen sie aber leider dazu, dass man extrem von der Außenwelt verunsichert wird. Denn egal was man tut, egal wie man sich in einer bestimmten Situation entscheidet, es ist offensichtlich immer falsch.

Diese vielen verschiedenen Außeneinflüsse macht es schwer, sich selbst treu zu bleiben. Aber langsam habe ich mir wieder zurück erobert, dass es in erster Linie wichtig ist auf mich und meinen Körper zu hören. Wenn ich unsicher über ein konkretes Thema bin, spreche ich zu allererst meine Frauenärztin an oder diskutiere mit meiner Freundin Lisa, die sich glücklicherweise gerade im genau gleichen Stadium befindet.

Mein Tipp an alle, mit gut gemeinten Ratschlägen: Manchmal ist es besser, einen gut gemeinten Ratschlag zurückzuhalten statt ihn der anderen Person regelrecht aufzudrängen. Das ist auch überhaupt nicht böse gemeint, aber leider ist nicht jeder gut gemeinte Ratschlag immer hilfreich!

Mein Tipp an alle Schwangeren, die sich zuweilen von der Flut an gutgemeinten Ratschlägen überrollt fühlen. Versuch auf dich und deinen Körper zu hören und für dich selbst herauszufrinden, was dir gut tut. Bei konkreten Fragen solltest du dich am Besten zu erst an deine Ärztin und/oder deine Hebamme wenden, bevor du dich von 1000 Suchtreffern auf Google verunsichern lässt.

Wie seht ihr das mit den gutgemeinten Ratschlägen? Was sind die schlimmsten Ratschläge die ihr bekommen habt? (Gerne auch allgemeingültig unn unabhängig vom Thema Schwangerschaft..)
Wie geht ihr damit um, wenn ihr mal wieder einen gutgemeinten Ratschlag erhaltet, der euch aber in diesem Moment überhaupt nicht weiter hilft?


Kommentare:

  1. hey meine liebe! ich freu mich dieses "fazit" zu lesen. ich glaub in der situation ist es besonders schwierig, bei sich zu bleiben und sich zu wehren gegen all die "guten ratschläge", weil es ja nicht nur um einen selbst geht. und soweit ich gehört hab, wird das nach der schwangerschaft nicht besser sobald der zwerg da ist, von da her... je früher du anfängst, all diese dinge bewusst zu hören und schnell auszusortieren, was für dich passt und was nicht, umso besser. und ärzte sind als anlaufstelle sicher besser als google, es hört sich also an, als hättest du einen sinnvollen weg gefunden, damit umzugehen :-*

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  2. Liebe Sabrina,
    da wird einem ja schon vom Ratschläge lesen ganz anders ... Wow! (Während dem Lesen musste ich auch sehr an das Video von Cynthia Nixon denken, da es sich doch von der Art her ähnelt.) Darum bist du echt nicht zu beneiden.
    Ich wünsche dir von Herzen, dass du es schaffst, bei dir zu bleiben und einfach auf dich und deinen Körper zu hören. Etwas besseres kannst du nicht machen. Und wenn du Fragen hast, weißt du ja auch schon, an wen man sich am besten wenden kann - ganz wichtig: nicht ans Internet. ;D
    Alles Liebe und Gute weiterhin für dich!
    Liebe Grüße
    Karina

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