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Die Geschichte vom Baum.

Der Wind - er bläst diesen kleinen Samen durch die Welt. Weiter immer weiter, bis der Samen einen Platz fand, an dem er bleiben wollte. Er ließ sich nieder auf Mutter Erde, am Fluss des Lebens. Es verging eine Zeit, bis aus dem Samen ein kleines Pflänzchen spross. Unscheinbar.

Zukunft ist Vergangenheit.

Pling. Eben ist eine kleine 1 an der Facebook-App erschienen. Karla öffnet Facebook und findet eine Veranstaltungseinladung zu einem Geburtstag vor. Der Veranstalter - ein Freund. Eigentlich war er mal ein sehr guter Freund von Karla. Dann trat ER in ihr Leben und ihre Freunde wurden auch seine Freunde. Und heute? Heute sind es mehr seine Freunde. Karla hat ihm das Sorgerecht überlassen. Weil es einfacher war, als sich der Tatsache zu stellen, dass das was war, eben nicht mehr ist und die Zukunft zur Vergangenheit wurde. Karla überfliegt den Text für die Veranstaltung. Denn es gibt sie auch heute noch, die Veranstaltungen, zu denen sie das Besuchsrecht hat. Für einen kurzen Augenblick ist es wieder wie früher. Die Kälte ist für diese kurze Zeit auf Eis gelegt und all die Worte die vielleicht noch hätten gesagt werden müssen, sind für diesen Moment wie aufgelöst.
"Und, was tust du? Gehst du hin?", frage ich. Karla sieht lange in die Ferne, ehe sie mir wieder in die Augen blickt. "Nein, es geht nicht. Ich kann nicht hingehen." Statt einer Erklärung zeigt Sie mir die Liste mit Zusagen zur Party. Mir sticht sofort eine Person ins Auge, auf die sie hinaus will."Die Sache ist die,", fährt Karla fort "jedes Mal, wenn wir uns gesehen habe, war er einfach er und ich einfach ich. Wir haben beide überspielt, dass es dieses WIR nicht mehr gibt, dass es uns nicht mehr gibt. Wir haben so getan, als würden neue Partner nicht existieren und wenn er mit seiner neuen Freundin kommt, ist es, als hätte er unsere unausgesprochene Abmachung gebrochen, nämlich dass wir weiterhin einfach, so tun, als wäre das Leben nicht weiter gegangen. Als wäre das alles nicht passiert und unsere Zukunft nicht Vergangenheit. Er ist nicht mehr Karl der Torwart und ich nicht mehr Karla."

Heldenhafte wundersachen - Teil 15

Ist es zu fassen, dass ihr heute zum 15. Mal die überaus tollen heldenhaften wundersachen von meiner fabelhafte Clara und mir zu lesen bekommt? Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht, aber das ist auch gut so, denn wir haben noch eine ganze Menge an sehr vielseitigen Themen in petto. Natürlich seid ihr jederzeit und nach wie vor gerne dazu eingeladen in Form eines Kommentares oder eines eigenen Beitrages bei den heldenhaften wundersachen teilzunehmen. Wir freuen uns über eure "Bekenntnisse" :) Am Ende gibt es wie immer das Thema für die nächste Runde "heldenhafte wundersachen". Nach meiner bildlichen Gesangseinlage in der letzten Woche geht es heute wieder in eine völlig andere Richtung. Das Thema in dieser Woche ist nämlich kurz und knackig "Selbstgeschrieben".

Niedergeschrieben und mir erstmal gedacht: "WAAAAAAAAS?"
Wo wir doch hier auf einem Blog sind, auf dem natürlich alles, was in den Beiträgen vorkommt von mir selbst geschrieben und getippt ist. Eigenhändig. Und nun soll ich - so mir nichts dir nichts - etwas selbst geschriebenes aus dem Hut zaubern, was diesem Thema und damit den heldenhaften wundersache gerecht werden könnte. Gar nicht mal so einfach, weil mir irgendwie nicht ganz klar ist, auf was das Thema und auf was ich überhaupt hinaus will. Das ist beim Schreiben ja übrigens ohnehin mein häufigstes Problem.

Halb in Gedanken habe ich deshalb meinen Entwürfe Ordner durchforstet...

Schneewittchens Selbsthass!

Nachtrag aus gegebenem Anlass: Bei diesem Text handelt es sich um eine Parabel. Er ist komplett frei erfunden und ist einzig und allein eine andere Sicht und Interpretation des Märchens.

Heute gibt es mal etwas völlig anderes. Schneewittchen - meine Wochenendlektüre war der Anreiz dazu, meine eigene sehr düstere Version dazu zu schreiben. Es sind zwei Teile, da ich zwei unterschiedliche Gedankenansätze dazu hatte. 

 
Es war einmal ein Mädchen..

True love will find you in the end..


Als wir uns kennen lernten, regnete es. Die Stimmung des Tages, war auch in gewisserweiße sehr bezeichnend für unsere Beziehung. Beziehung. Eigentlich das falsche Wort für uns beide. Eigentlich sind wir nie richtig warm geworden. Wir waren so perfekt füreinander, dass ich vergaß mich ernsthaft mit diesem UNS auseinander zusetzen. Und trotzdem sind wir zusammen geblieben, weil wir wussten, dass wir letztendlich füreinander doch das Beste waren, das uns passieren konnte. Du, weil du mich liebtest. Ich, weil ich froh war nicht alleine zu sein. Du gabst dir die größte Mühe mein Innerstes zu knacken, mir die Gefühle zu entlocken, die ich nicht zugelassen habe. Es war ein einziges Auf- und Ab. Eine Achterbahnfahrt. Du hast gekämpft und ich war nur höflich. Und trotzdem sind wir zusammen geblieben, denn irgendwann ist es zur Gewohnheit geworden. Dir war klar, dass du ohne mich nicht leben willst, weil du mich liebst. Mir war klar, dass ich ohne dich alleine bin und dass es schwer sein würde jemanden zu finden, der meine Gefühlskälte hinnehmen kann. Und so genossen wir die Einsamkeit zu zweit. Lebten monton nebeneinander her. Auch wenn man sagt, zusammen ist man weniger allein, bei uns war das Gegenteil der Fall. Dennoch wollte und konnte keiner die Sicherheit der Beziehung verlassen, die eigentlich keine war. Die Sicherheit der Gewohnheit. Die Sicherheit nicht alleine zu sein. Die Sicherheit deiner Gefühle. Wir waren Gefangene unserer selbst.
Es regnete, als du an diesem schicksalhaften Tag das Haus verließest. Zum Abschied gabst du mir einen Kuss auf die Wange, weil du mich liebtest. Ich lies es zu, denn das war ja gewohnheitsmäßig so.
Das Telefon läutete, als ich gerade zur Tür hereinkam. Ich nahm ab, nahm die Nachricht wahr, lies das Telefon fallen und legte mich auf den Boden. Plötzlich brach alles zusammen unter der Last dieser einen Nachricht. Ich brach zusammen. Meine Fassade bröckelte. Aber weinen konnte ich nicht. Ich wollte nur daliegen und nichts spüren.

Du und ich. Zu zweit. Alleine.

...Und trotzdem sitzen wir nun wieder im selben Raum.
Du und ich. Zu zweit. Alleine.
Du auf dem Bett - ich dir gegenüber auf einem Stuhl. Denn ich will mich nicht neben dich setzen, damit ich dir nicht zu nahe komme. Denn wenn ich dir nahe bin, dann bist du mir nahe und bist du mir nicht ohnehin schon wieder viel zu nahe gekommen. Nicht körperlich sondern seelisch. Eigentlich wollte ich das nicht mehr, dass du mir so nahe bist. 
Und trotzdem sitzen wir nun wieder im selben Raum.  
Du und ich. Zu zweit. Alleine.
Und sind uns wieder auf diese gewisse Weise nahe.
Denn nur ein einziger Blick in deine Augen genügt, damit die Nähe, die wir einst hatten und die Nähe die wir einst verloren hatten, wieder da ist. Stärker denn je. Es ist, als wäre diese Vertrautheit nie weggewesen. Als wären wir beide nie getrennt voneinander gewesen.
Es fühlt sich richtig an. In diesem Moment. Richtig, dass wir hier gemeinsam sitzen, reden, als hätten wir uns 1000 Jahre nicht gesehen und gleichzeitig ist es so als würden wir jedes Geheimnis des anderen kennen. 
Du und ich. Zu zweit. Alleine.

Der Gedankenkrümel...

Ab heute gibt es neben dem Grübelmonster nun auch noch den Gedankenkrümel - meine kleine Welt der Fiktion - mein Gehirn-Schmu. :)


'...und trotzdem bin ich immer noch das kleine naive Mädchen, dass dich immer noch wirklich gern hat. Warum bist du so furchtbar?....'
Ein bisschen zu theatralisch wende ich ihm den Rücken zu und laufe die Treppe nach oben und Richtung Ausgang. '...Furchtbar toll!', denke ich meine Frage zu ende. Während ich mir einen Weg nach draußen bahne, frage ich mich, ob ich zu früh das Handtuch geworfen habe, aber ein Zurück gibt es jetzt nicht mehr. Und ich muss mich ehrlich fragen, ob das nötig war, mitten im Club eine solche Szene zu veranstalten. Wahrscheinlich halten mich nun wirklich alle für eine psychopathische Kuh (wenn nicht eh schon vor meinem Auftritt). Mittlerweile bin ich draußen angekommen und ärgere mich maßlos über mich selbst, dass ich einfach so die Beherschung verloren habe und nicht cool geblieben bin, wie ich es ursprünglich für ein Wiedersehen geplant hatte.
Um ein wenig runterzukommen, stecke ich mir eine Zigarette an, blase den Rauch vor mir aus und beobachte, wie er in den Himmel steigt. Wie gerne würde ich mich nun selbst in Rauch auflösen und dahinschweben. Mein Handy habe ich blöderweise drinnen vergessen, was bedeutet, dass ich nicht Mal meine Freunde anrufen kann, um ihnen mitzuteilen, dass wir dringend gehen müssen. Bedeutet wohl, dass ich ausharren muss, in der Hoffnung, dass sie bald merken, dass ich nicht mehr da bin. Denn rein zu gehen - in die Höhle des Löwen - um mich der Schmach meiner Selbst hin zugeben, werde ich in 1000 Jahren nicht ertragen können.
Ich starre auf die halb gerauchte Kippe, die nun in einer Pfütze dahin vegetiert und würde mich so gern dazu legen um weiter in meinem grenzenlosen Selbstmitleid zu baden. Neben mir öffnet sich eine Tür, ich schaue nicht hin, denn ich versuche meinen Körper mit Kraft meiner Gedanken immer noch dazu zu bringen, sich in Rauch aufzulösen - ohne Erfolg.
Also merke ich auch nicht, dass er plötzlich vor mir steht. Ich muss wohl ziemlich schockiert aussehen, denn nach einem langgezogenen 'Hey..' bricht er ab.
Er nimmt meinen Kopf zwischen seine Hände und küsst mich. Endlos lange. In der Zeit könnte ich einen Schal stricken, so lang kommt es mir vor. Doch dann ist es plötzlich vorbei, was ziemlich doof ist, weil wir uns nun wieder anstarren müssen, denn keiner hat sich bisher überlegen können, was danach kommt. Ich blicke ihn an, beiße mir auf die Unterlippe um nichts zu sagen, denn ich will nicht diejenige sein, die als erste das Schweigen bricht, nicht heute, nicht schon wieder. Die Stille scheint nun noch endloser zu sein, als der vorangegangene Kuss. In dieser Zeit könnte ich wohl einen Pullover passend zum Schal stricken, was ich nicht tue, denn das würde die Situation ins Absurde ziehen. 'Ich verstehe selbst nicht, warum ich gegangen bin' sagt er. Und mein Gehirn sagt mir, 'Versteh ich auch nicht, du Ochse.' was ich allerdings nicht laut ausspreche sondern weiter schweige. 'Es tut mir leid.' er wieder. Ich merke wie in meinen Augen das Hochwasser ansteigt und sich einen Weg ins Freie bahnen möchte und gleichzeitig möchte ich ihn am liebsten anschreien und ihm mitteilen, dass ein mageres 'Tut mir leid.' nun auch nicht wieder alles heile machen kann. Da ich weder weinen noch schreien möchte, schweige ich weiter. Wie zur Unterstreichung seiner Aussage küsst er mich erneut und damit hat er es mal wieder geschafft, alle Zweifel in meinem Herzen zu beseitigen. Ich lasse mich fallen, denn einfach so haben er und ich unser wir wiederbelebt.
Der Rest ist Schweigen.


Ähnlichkeiten zu realen Personen und Situationen sind frei erfunden!